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IDEENREICHES FLEISCHERHANDWERK
Lecker, lecker: Gar köstlich ist die Kunst aus Münchberg

 

Dass es auch im Fleischerhandwerk auf Ideenreichtum und Kreativität ankommt, bewiesen am Samstagabend 18 angehende Fleischereifachverkäuferinnen des Beruflichen Schulzentrums Hof. Für eine Vernissage der beiden Münchberger Künstler Udo Rödel und Rainer Lottes hatte sie deren Gemälde mit Fleisch- und Wurstwaren belegt und damit wahre ,,Esskunstwerke'' geschaffen. Klar, dass sich die 150 Gäste der ungewöhnlichen Ausstellung nicht lange bitten ließen...
MÜNCHBERG - Außergewöhnliches tat sich am Samstagabend in der Parkgarage der Münchberger Seniorenwohnanlage: Nicht etwa Autos passierten die Schranken, sondern rund 150 Kunstbegeisterte strömten per pedes in die Garage, um die Werke von Münchbergs zweitem Bürgermeister Udo Rödel und dessen Künstlerkollegen und Metzgermeister Rainer Lottes zu bestaunen. Zuvor mussten sie sich aber erst noch den Bauch vollschlagen. Das Motto der Vernissage lautete nämlich ,,Wir schlemmen uns durch zur Kunst''.

Von den Gemälden, die in einer langen Reihe aufgebaut waren, war zunächst noch nicht viel zu sehen. Dafür konnten die Besucher aber Kunstwerke der etwas anderen Art bewundern: die angehenden Fleischereifachverkäuferinnen des Beruflichen Schulzentrums Hof hatten nämlich die durch Glas geschützten Gemälde mit allerlei Köstlichkeiten aus Fleisch- und Wurstwaren belegt. Dabei hatten die Mädchen freilich nicht einfach nur kalte Platten gelegt, sondern versucht, mit ihrem ,,Material'' die Formen und Kompositionen der Gemälde von Rödel und Lottes anzudeuten und zu interpretieren.

So waren richtige ,,Esskunstwerke'' entstanden, leicht vergängliche freilich, denn die Gäste langten kräftig zu. Schließlich war man auch neugierig auf die Werke, die sich unter den Köstlichkeiten verbargen. Nach einer guten Stunde war es dann auch so weit, die letzten Überreste der ,,Esskunstwerke'' wurden abgeräumt und die Glasscheiben der Gemälde gründlich geputzt, damit die Gäste der Ausstellung die Kunstwerke in voller Schönheit bewundern konnten.

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Vernissage hatte Metzgermeister Rainer Lottes, der als Hobbymaler selbst Kunst und Handwerk verbindet. Am Beruflichen Schulzentrum in Hof stieß Lottes mit seiner Idee auf offene Ohren: ,,Das war für uns natürlich eine tolle Chance, die Berufe des Metzgers und der Fleischereifachverkäuferin in der Öffentlichkeit einmal ganz anders zu präsentieren'', sagte Ausbilderin Edith Franz vom Schulzentrum am Samstag. Denn in der Bevölkerung seien diese Berufe leider immer noch mit negativen Klischees behaftet, weshalb die Lehrstellen in diesem Bereich auch nicht so gefragt seien. ,,Wie man sieht, ist aber auch im Fleischerhandwerk Kreativität gefragt.''

Die Auszubildenden waren nach anfänglichem Staunen über die ungewöhnliche Idee hellauf begeistert. Deshalb hatten sich auch schnell 18 angehende Verkäuferinnen gefunden, die bei dem Projekt mitmachen wollten. ,,Die Mädchen haben sich die Gemälde erst mal angesehen, und dann hat sich jede eines ausgesucht. Nach ersten groben Skizzen ging's schließlich los'', so die Lehrerin. Klar seien die Mädchen erst auch etwas skeptisch gewesen. ,,Es war schon eine Herausforderung, schließlich haben die Auszubildenden so was vorher noch nie gemacht. Doch wenn man die Ergebnisse heute so sieht, kann man mit Recht sagen, dass die Mädchen Kunst auf Kunstwerken produziert haben.''

Auch Metzgermeister Rainer Lottes war am Samstag voll des Lobes für die jungen ,,Künstlerinnen''. ,,Ich bin hellauf begeistert von den Arbeiten. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Auszubildenden bei unserer Vernissage mitgemacht haben.''

,,Ich hoffe, dass es noch viele solcher Abende geben wird'', sagte zweiter Bürgermeister Udo Rödel. Mit dieser ungewöhnlichen Vernissage sei es gelungen, Werbung für die Münchberger Innenstadt, für die Händler, die Parkgarage und natürlich für das Fleischerhandwerk und die Berufsschule zu machen. ,,Wir sind der Meinung, dass Essen in unserer Kultur fest verankert ist, genauso wie die Kunst.''
DANIELA HUBER



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