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METZGER LOTTES ERHÄLT SILBERMEDAILLE BEI
BLUTWURSTWETTBEWERB IN FRANKREICH

Für den Münchberger Metzger sind Lebensmittel Teil einer Art Philsophie der Nahrungsaufnahme
Völkerverständigung a lá Blutwurst

 

VON MATTHIAS BÄUMLER
Über eine besondere Auszeichnung freut sich der Münchberger Metzger Rainer Lottes. Eine seiner Würste hat bei der inoffiziellen ,,Blutwurst-Europameisterschaft'' in Mortagne-au-Peche in Frankreich in der Kategorie Ausland die Silbermedaille errungen.

MÜNCHBERG - Die spinnen, die Franzosen. Zumindest wenn es um die Blutwurst geht. Im Nachbarland genießt die hierzulande häufig in einer Schlachschüssel zu findende Wurst in Gourmetkreisen einen regelrechten Kultstatus. Und die Hüterin dieses Kults ist zweifelsohne die Confre’rie des Chevaliers du Goute-Boudin - die Bruderschaft der Blutwurstschmecker. Einmal im Jahr trifft sich der erlauchte Zirkel, bestehend aus Metzgern, Köchen und eines Professors, um die weltbeste Blutwurst zu küren. Heuer stellte sich erstmals eine Wurst aus Münchberg den Kennerblicken und Feinschmeckerzungen.

,,Es war für mich natürlich eine Ehre, als mir die Bruderschaft mitgeteilt hat, dass ich an dem Wettbewerb teilnehmen könne'', erzählt der Münchberger Metzgermeister Rainer Lottes. Für ihn stand schnell fest, dass er nicht mit einer richtigen Blutwurst, sondern mit einem roten Pressack in den Wettstreit gehen würde. Zu den Blutwürsten zählen im Grunde all jene Produkte, in denen Blut enthalten ist, so etwa Speckwurst, Zungenwurst, Thüringer und eben auch der rote Pressack. Gerade als er den edlen Pressack auf die 1100 Kilometer weite Reise schicken wollte, geschah das Missgeschick: ,,Mir ist der Pressack aus den Händen gerutscht und - ratsch - war die Haut aufgeplatzt.'' Einen echten Metzger haut allerdings so schnell nichts um. Lottes gab eben die vorgesehene Pressack-Kür auf und schickte eine ganz normale Blutwurst ins Rennen, die er aus dem Laden nahm. ,,An sich ist es egal, welche Wurst man nimmt. Es gebietet allein die Ehre, dass man mit keiner extra hergestellten Kreation an einem Wettbewerb teilnimmt.''

Rainer Lottes legte die Wurst in einen isolierten und mit Kühlbehältern bestückten Spezialkarton und gab ihn zur Post. Dummerweise hatte er vergessen, seine Anschrift in das Päckchen zu legen. ,,Deshalb musste der Präsident der Bruderschaft, Jean Michel Eichelbrenner, bei mir anrufen und sich meine Adresse bestätigen lassen.'' Bei dem Plausch am Telefon ging es natürlich vor allem ums Essen. ,,Als ich ihn das Rezept für gebackenes Blut gegeben habe, hörte er davon das erste Mal und fand es hoch interessant. Das ist sozusagen Völkerverständigung, die über den Gaumen geht.''

Wenn Lottes von der französichen Essens-Philosophie spricht, glänzen seine Augen. Während in Deutschland vor allem das Aussehen der Lebensmittel entscheidend ist, legen die Franzosen Wert auf den Geschmack und den Inhalt. Deshalb hat die fanzösische Küche immer auf das Natürliche und Einfache gesetzt - in Deutschland gibt es mittlerweile erste Ansätze einer ähnlichen Lebensmittel-Renaissance. Die französische Liebe zu allem Echten drückt sich auch in der Verehrung der Blutwurst selbst in höchsten Gourmetkreisen aus. ,,Die Blutwurst war früher die Wurst schlechthin'', erklärt Lottes. Früher war die Zeit, als Lebensmittel tatsächlich noch knapp bemessene Mittel zum Erhalt des Lebens waren. ,,Die Wurst war der eigentliche Energieträger.'' Bei den Hausschlachtungen wurden zunächst die ,,Die Blutwurst war früher die Wurst schlechthin''
Rainer Lottes Blutwürste hergestellt, die mit allerlei Raffinesse gestreckt wurden. Während in Deutschland vor allem Speck dazu diente, bevorzugten die Franzosen Rindermagen. Eine abgewandelte Form der Blutwurst ist auch der aus dem Elsaß stammende Pfälzer Saumagen, der dank des Ex-Kanzlers Helmut Kohl mittlerweile international als ein Inbegriff deutscher Küche gilt.

Im Gegensatz zu den hiesigen Wurst-Prämierungen ist ein französicher Wettbewerb eine Klasse für sich. ,,Wie gesagt, bei den Franzosen ist das perfekte Aussehen der Produkte nicht das entscheidende Kriterium, sondern der feine Geschmack. Und der ist wiederum nur durch Qualität möglich.''

Die Münchberger Würste müssen die französischen Feinschmecker-Gaumen genau richtig stimuliert haben: In der Kategorie ausländische Blutwurst erhielten sie die Silbermedaille. ,,Ich will nicht verhehlen, dass ich schon sehr stolz auf die Auszeichnung bin. In Frankreich gewinnt ja nicht jeder.'' Als Grund für den Erfolg sieht Lottes zum einen die naturbelassenen Ingredenzien und zum anderen die besondere, selbst her- und zusammengestellte Würzmischung. ,,Ich nehme dazu...'', sagt Lottes und beißt sich sofort auf die Zunge. ,,Betriebsgeheimnis.''




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